Fokusthema: Digitalisierung in der Bankenwelt

Bericht von Mathias Kohl

„Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück“ (Laotse).

Lebenslanges Lernen gehört auch für unsere Autoren selbstverständlich dazu. Denn ein Teil unserer Expertise beruht darauf, dass wir uns tiefgründig mit den Themen auseinandersetzen, die unsere Kunden beschäftigen. Und ein Thema, das uns auch in diesem Jahr wieder häufig begegnen wird, ist die „Digitalisierung“ oder auch „Digitale Transformation“. Daher kam uns der Impulsvortrag „Digitalisierung in der Bankenwelt“ von Prof. Dr. Sven Pagel (Hochschulzentrum für Weiterbildung, Hochschule Mainz) sehr gelegen, um mal wieder über den Tellerrand zu blicken. Unser Art Director Mathias Kohl hat interessante Inhalte zusammengefasst. 

 

Digitalisierung als Fluch - Digitalisierung als Segen

Branchenübergreifend wird die Digitalisierung unsere Arbeit verändern und ungeahnte Chancen bieten. Durch eine sinnvolle Verknüpfung von Medien, IT und Management können neue Geschäftsmodelle entstehen, Unternehmen ihre Prozesse und ihre Kommunikation verbessern, die Kundenansprache präzisieren und den Kundennutzen erhöhen (usability). Gleichzeitig erhöht sich der Wettbewerb und innovative Konkurrenten betreten das Spielfeld (Start-ups, FinTechs). Dabei sind gerade FinTechs für die Kunden oftmals überhaupt nicht günstiger, sondern haben einfach neue, frische Ideen und werden als innovativ, unkompliziert und einfach anders empfunden.

Die Digitalisierung hat einen durchaus disruptiven Charakter und kann dazu führen, dass bestehende Produkte oder Dienstleistungen möglicherweise vollständig verdrängt werden. Das birgt große Risiken - und der Wandel kann je nach Branche sehr schnell und heftig erfolgen (z.B. Banken, Handel, Versicherungen, Medien, Immobilien usw.). Daher müssen Unternehmen zeitnah und konsequent reagieren. Doch der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer sinnvollen Strategie.


Mitarbeiter als Schlüsselfaktor

Denn Unternehmen sollten keine Digitalisierung um der Digitalisierung willen betreiben. Die technischen und prozessualen Neuerungen müssen sinnvoll sein und dem Menschen nutzen. Sonst werden sie nicht akzeptiert und entsprechend nicht zum Kunden getragen. Dabei spielt jede Ebene eine eigene Schlüsselrolle. Einerseits müssen die Führungskräfte mitgenommen werden, um die Veränderung vorzuleben und eine Kultur zu schaffen, die kontinuierlichen Wandel und Innovation fördert. Andererseits muss man die Bedenken und Ängste der Mitarbeiter aufgreifen und ernst nehmen. Man muss ihre Kompetenz und Motivation steigern, um sie zu aktiven Gestaltern des Wandels zu machen.

 

Intern und extern: Die zwei Geschwindigkeiten der IT

Ein ganz triviales Problem sind dabei häufig die zwei Geschwindigkeiten der IT (front-end vs. back-end). In der Außenkommunikation und bei den Produkten können kurz- und mittelfristig Erfolge verbucht werden, während die internen, gewachsenen Prozesse sich nur langsam und träge verändern lassen. Eine ganz besondere Herausforderung stellt dabei die Wirtschaftlichkeit von permanenter Innovation dar. Denn der Vorteil von standardisierten Prozessen ist, dass sie sich bewährt haben und planbar sind. Im Gegenzug dazu kann es bei neuen Prozessen zu ungeplanten Überschneidungen kommen (vermeidbarer Mehraufwand), und manche Innovation wird schnell wieder in der Versenkung verschwinden und keinen messbaren Nutzen abwerfen. Trotzdem sind Pilotphasen und Testballons wichtig, sonst geht man doch immer wieder die gleichen, ausgetretenen Pfade. Nur sollte der Invest vorher feststehen und abgewogen werden.

 

Kundenbedürfnisse erkennen und Mitarbeiter einbinden

Ein großer Vorteil der Digitalisierung ist der direkte Zugang zum Kunden ohne Ortsbindung. 2016 nutzten immerhin fast 80% der Deutschen das Internet. Breitband-Verbindungen nehmen weiter zu und 60% surfen heute schon auf mobilen Endgeräten. Diesen Trend darf man nicht verpassen, denn völlig selbstverständlich werden bereits Online-Anwendungen anderer Dienstleister (Suchmaschinen, Online-Shopping, soziale Netzwerke, Streaming, usw.) genutzt und sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Dabei fragen Kunden heute einerseits schon aktiv nach Neuerungen, andererseits kennen sie oftmals die bereits geschaffenen Produkte nicht. Hier ist eine entsprechende Kommunikation sehr wichtig – und um diese zu erreichen, müssen wiederum die Mitarbeiter erfolgreich eingebunden werden. Für Unternehmen bedeutet das: Trotz aller Digitalisierung bleibt die Filiale (bzw. der persönliche Kontakt) weiter wichtig. Dabei heißt es, flexibel und gleichzeitig geduldig zu agieren, denn Kunden lassen sich nicht auf einen Vertriebskanal festlegen.

 

 Schlusswort

von Ute Sidenstein, Geschäftsführerin

Trotz Hype weist auch die Digitalisierung die beiden Seiten der Medaille auf: Enorme und zukunftsweisende Chancen und Möglichkeiten aber auch die aus Ungewissheit und Unsicherheit gespeiste Angst. Denn immer sind Menschen involviert, Mitarbeiter, Kunden, Entscheider, Lieferanten. Für die einen ist Digitalisierung eine Zukunftsperspektive, eine Bereicherung, eine Entlastung, für die anderen ist das Thema besetzt mit der Angst vor Veränderung, vor dem Zurückgelassen werden, vor dem Erfolgsdruck. Der entscheidende Schlüssel für den Erfolg ist und bleibt die Kommunikation.  Nicht irgendwie, sondern gezielt, mit Verständnis für alle Zielgruppen und mit Verständnis für ein komplexes Thema. Sie kennen sicher die Antwort auf die Frage, wie man einen Elefanten verspeist? „Stück für Stück.“ Genau das ist aus meiner Sicht der Weg in der Kommunikation: spezifisch und kontinuierlich. Dafür stehen wir auch in Zukunft ein, entwickeln neue und passende Formate, begleiten Sie als Entscheider an den wichtigen Schnittstellen und schlagen Brücken zu Ihren Zielgruppen – sensibel, fundiert und mit filmischer Emotionalität.

 

Haben Sie noch Fragen zum Thema Digitalisierung in Unternehmen? Wir beraten Sie gerne.