Digitale Videoformate - Vor- und Nachteile bei unterschiedlichen Einsatzbereichen

Bei der Vielzahl von Videoformaten gilt es, nicht den Überblick zu verlieren. Denn jedes einzelne Format bietet verschiedene Vorteile, die je nach geplanter Anwendung gegeneinander abgewogen werden müssen. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, ist es daher oft notwendig, von einem fertigen Film verschiedene Versionen zu enkodieren.


1. Einsatz im Internet

Hier eignen sich vor allem die FLV (Formate Flash Video | *.flv) und MP4 (Moving Pictures Expert Group IV | *.mp4). Gerade das Format MP4 liefert durch speziell entwickelte Kompressionsverfahren ohne erkennbaren Qualitätsverlust sehr kleine Datenmengen. Durch die geringen Datenraten werden lange Ladezeiten vermieden. Dagegen ist Flash Video ein von Adobe Systems entwickeltes Containerformat. Es lassen sich ebenfalls sehr kleine Daten erzeugen, allerdings ist zum Abspielen der Videos der Adobe Flash Player erforderlich. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Flash-Video-Dateien in eine SWF-Datei einzubetten, so dass eine Videodatei relativ einfach in eine Webseite integriert werden kann.

Um einen Film bei Youtube einzustellen, eignet sich mehr oder weniger jedes Format, da die angelieferten Filme von Youtube intern noch einmal mit einem eigenen Kompressor kodiert werden. Um Qualitätsverluste zu vermeiden sollte man vor allem darauf achten, Filme in einer entsprechend hohen Qualität anzuliefern. So bleiben die Daten auch nach der zweiten Kompression noch hochwertig.

 

2. Präsentationen auf einem PC oder über den Beamer

Für den Einsatz auf einem PC eignen sich die Formate WMV (Windows Media Video | *.wmv) und MOV (Quicktime Movie | *.mov). Vor allem das von Microsoft © entwickelte Format WMV garantiert durch die große Verbreitung auf allen Windows Betriebssystemen eine große Kompatibilität und stabile Vorführung. Das Format bietet eine hohe Kompression bei guter Qualität, die Filme lassen sich auch sehr gut in PowerPoint einbinden.

Dagegen basiert das MOV Format auf dem Quicktime Standard von Apple ©. Die Quicktime Filme sind weitgehend mit den Vor- und Nachteilen der MP4 Filme zu vergleichen. Die Daten bieten sehr gute Filmqualität bei wenig Platzbedarf (allerdings auch etwas höhere Anforderungen an die Leistung des Rechners).

 

3. Filme auf DVD

Um Filme auf DVD zu nutzen eignen sich die Formate MPEG (Moving Pictures Experts Group | *.mpg), VOB (Video Object | *.vob) und (AVI Audio Video Interleaved | *.avi).

Bei diesen Formaten ist vor allem zu beachten, dass digitale Filme aus separaten Bild- und Tondaten bestehen, man spricht dabei von „Container-Dateien“. Diese dienen als Transportbehälter und beinhalten neben den Daten noch die Anweisung, was das Abspielgerät wann wiedergibt. Zusätzlich bietet sich dadurch die Möglichkeit, auch Untertitel und DVD-Menüs zu programmieren.

Bei AVI handelt es sich um ein von Microsoft © entwickeltes Videoformat. Hier liegen die Vorteile bei der weiten Verbreitung von Soft- und Hardware, denn fast jedes Multimedia Programm und nahezu alle DVD-Player sind in der Lage, dieses Format abzuspielen. Der Nachteil ist allerdings der sehr hohe Speicherbedarf. Im Vergleich zu einer komprimierten WMV oder MPEG Datei benötigen AVI Dateien bis zu 20x mehr Speicherplatz.